stage

11.01.2021

Direktvermarktung: Betreiber von Biogasanlagen können höhere Erlöse erzielen

Aachen - Der stetig wachsende Anteil der erneuerbaren Energien im Energiesystem steigert die Werthaltigkeit von Flexibilität an den Strommärkten. Bei richtiger Vermarktung können Betreiber von Biogasanlagen deutlich höhere Erlöse erzielen als bisher.

Der Energieversorger Trianel bietet neue Vermarktungschancen für Betreiber von Biogasanlagen an. Dabei setzt die Stadtwerke-Kooperation zusammen mit der Schaumann Bioenergy GmbH nicht auf die Regelenergiemärkte, sondern vor allem auf den Ausgleich bei auftretenden Wind- und PV-Prognosefehlern im Intraday-Handel.

Höhere Erlöse: Intraday- statt Rgelenergie-Vermarktung
Trianel will mit Hilfe von Biogasanlagen das volatile Erzeugungsverhalten der Windenergie und Schwankungen in den Bilanzkreisen innerhalb einer Viertelstunde ausgleichen. So könne in Kombination mit der Intraday-Vermarktung deutlich höhere Erlöse erzielt werden als an den Regelenergiemärkten, erläutert Bastian Wurm, Leiter Direktvermarktung bei der Trianel.

Regelenergiemarkt für Biogasanlagen immer unattraktiver
Vor allem durch regulatorische Eingriffe ist die Regelenergievermarktung für Biogasanlagen laut Wurm immer unattraktiver geworden. Wurm: „Wir erwarten, dass die aktuell erkennbaren Preissteigerungen durch die Einführung des Regelarbeitsmarktes mit zunehmender Liquidität wieder entfallen.“ Die Teilnahme an den Regelenergiemärkten schränkt Betreiber von Biogasanlagen weiter ein, so Trianel, denn die Anlagen sind mindestens vier Stunden in ihrer Verfügbarkeit gebunden und diese Leistung muss auch noch abgesichert werden.

Biogasanlagen: Echtzeitausgleich von Wind- und PV-Prognosefehlern
Der Trianel Bilanzkreisausgleich setzt an der Stelle an, wo Wind- und PV-Prognosefehler innerhalb der aktuellen Viertelstunde auftreten. Diese werden innerhalb von Sekunden erkannt und im Viertelstundenmittel durch Strom aus Biogasanlagen ausgeglichen, so Trianel. Der Anlagenbetreiber erhält für die Flexibilitätsbereitstellung ein entsprechendes Entgelt.

Durch die Nutzung der Flexibilität am Intraday-Markt und in der Lieferviertelstunde für den Bilanzkreisausgleich können Biogasanlagenbetreiber vier- bis fünfmal höhere Erlöse erwirtschaften als durch die Bindung ihrer Anlagen an den Regelenergiemärkten. „Für eine Biogasanlage mit einer flexiblen Leistung von 1 MW können gegenüber der Spotoptimierung mit Regelleistungsvermarktung durch Erweiterung um Intraday und Bilanzkreisausgleich etwa 20.000 Euro mehr erzielt werden“, so Wurm weiter. Bei größeren und flexibleren Anlagen sind die Vorteile entsprechend höher.

Quelle: IWR Online
© IWR, 2021


Weitere Meldungen rund um die Bioenergie
Benachteiligung: Verbände kritisieren Biokraftstoff-Politik des Bundesumweltministeriums
Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft - Blaue Bioökonomie
Vollautomatische Flexibilisierung: Trianel optimiert Fahrpläne für Biogas-BHKW
Noch viel Potenzial: Biogasanlagen produzieren Strom flexibel und bedarfsgerecht
Erneut kein Windgebot bei Wind-Solar-Ausschreibung - Biomasse-Ausschreibung deutlich unterzeichnet
Biomasse und Photovoltaik: Albioma bestätigt Gewinnziele für 2020
Jobangebot beim Netzbetreiber EWR Netz GmbH (Alzey): Referent Netznutzungsmanagement (m/w/d)
Auslandsreise: AHK-Geschäftsreise Oman "Photovoltaik- und Windenergie inklusive Wasserstoff als Speicherlösung"
Energiejobs: WEMAG Netz GmbH sucht für Schwerin: Gruppenleiter Netzkunden (m/w/d)
Stromerzeugung aus Bioenergie in Europa - auf www.bioenergie-branche.de
Newsticker BHKW und KWK



zurück

Energiefirmen